Die europäischen Glücksspielgesetze lösen Ärger aus

Leo Gierschner - 20 Dezember 2018

Glücksspielbeschränkungen drosseln das europäische BranchenwachstumAktuelle Werbepraktiken, insbesondere diejenigen, die sich auf die Online-Casino- und Glücksspielbranche beziehen, wurden in letzter Zeit ausgiebig von Regulierungsbehörden in ganz Europa attackiert. Und wie der Vorstandsvorsitzende eines führenden Casino-Software-Herstellers feststellte, ist die Branche für ihre Marketingprobleme in vielerlei Hinsicht selbst verantwortlich.

Wie dem auch sei, die neuen Gesetze in Italien und Belgien hinsichtlich der Werbung für Glücksspiel- und Wettdienstleistungen könnten jedoch sehr wohl dazu führen, dass die Industrie ihr wichtigstes Instrument verliert. Ohne die Möglichkeit, effektiv zu werben und das eigene Angebot zu vermarkten, könnte die Casinobranche sehr bald vor großen Problemen stehen.

Di Maio hält sein Wort

Die ersten Anzeichen von Schwierigkeiten erhoben ihr hässliches Haupt im Mai diesen Jahres, kurz nachdem in Italien eine neue Regierung gewählt worden war. Diese konzentrierte sich sehr bald auf die Casinobranche und insbesondere auf die Gesetze für Werbung und Werbeaktionen.

Tatsächlich hatte Luigi di Maio, bevor er zum stellvertretenden Premierminister gewählt wurde, bereits deutlich gemacht, dass es schwerwiegende Konsequenzen für die Glücksspielbranche des Landes geben würde, wenn die Fünf-Sterne-Bewegung in das Parlament einziehen sollte. Er kündigte in diesem Zusammenhang schon an, dass sich die Art und Weise, wie Glücksspiele beworben und der italienischen Öffentlichkeit vorgestellt werden, drastisch ändern würde.

Belgien folgt dem Beispiel

Di Maio hielt an seinen Plänen fest und als er am 1. Juni zum stellvertretenden Premierminister ernannt wurde, vergeudete er keine Zeit und setzte seine Absichten direkt in die Tat um. Di Maio stellte sein Dignity Decree vor, ein juristisches Dokument, mit dem jede Art von Werbung im Zusammenhang mit Wetten und Glücksspiel wirkungsvoll verboten wurde.

Am schlimmsten ist, dass das Dignity Decree ganz eindeutig festhält, dass vom Online-Marketing über Affiliate-Marketing und Bonusaktionen bis hin zu Fernseh- und Radiowerbungen alle Bereiche betroffen sind.

Belgiens Haltung zum Thema Werbung mag nicht ganz so unnachgiebig oder streng sein wie die italienische, aber auch hier stellen die jüngsten Rechtsvorschriften des Landes sicherlich einige Schwierigkeiten für Casinos und Buchmacher dar. Gemäß der neuen Beschränkungen darf absolut keine Glücksspielwerbung im nationalen Fernsehen ausgestrahlt werden. Werbung für Sportwetten darf erst ab 8 Uhr ausgestrahlt werden. Prominente und Profisportler dürfen nicht mehr von Glücksspielfirmen unterstützt oder gesponsert werden.

Es ist offensichtlich, dass es den Unternehmen unter diesen Umständen leicht passieren könnte, die eine oder andere Regel zu verletzen.

Quellen:

http://www.casinonewsdaily.com/