Norwegische Banken sperren Konten von Glücksspielanbietern

Leo Gierschner - 20 Februar 2019

Lotteri-og stiftelsestilsynet greift rigoros durchDie norwegische Glücksspielbehörde, Lotteri-og stiftelsestilsynet, hat lokale Banken zur Sperrung von sechs Konten, die in Verbindung mit in Malta lizenzierten Casino- und Glücksspiel-Websites stehen, angewiesen. Hierzu kam es, nachdem die Firmen weiterhin  bei norwegischen Spielern geworben haben, obwohl sie im letzten Jahr Abmahnungen erhielten.

Glücksspiel ist in Norwegen ausschließlich über die beiden staatlichen Betreiber des Landes zulässig. Norsk Tipping bietet Kunden Lotteriedienste, Sportwetten, Bingo und Online-Casinospiele, Norsk Rikstoto bietet Pferdewetten an.

Das Land kämpft schon seit einigerZeit gegen illegale Anbieter auf seinem Markt an. Allerdings erweist sich dies als schwierig, denn ausländische Anbieter sind aufgrund ihres umfangreichen Spiele-Angebots bei norwegischen Spielern ungemein beliebt.

Einsatz rigoroser Maßnahmen

Im letzten Jahr schickte die Glücksspielbehörde Abmahnungen an die Betsson Group, Co-Gaming Ltd., die Gaming Innovation Group und Europe Players Ltd. In diesem Monat gesellten sich die Kindred Group und Lucky Dino Gaming Ltd mit auf die schwarze Liste der  Lotteri-og stiftelsestilsynet. Die Schreiben, die die einzelnen Anbieter betreffen, wurden außerdem an die Malta Gaming Authority gesendet, die diese Marken lizenziert. Nachdem die Mahnungen nicht den gewünschten Effekt erzielten, entschied sich die norwegische Glücksspielbehörde nun dazu, Banken zu beauftragen, sämtliche Transaktionen auf den Konten dieser Anbieter zu unterbinden.

Als Gegenschlag hat die Kindred Group nun Klage gegen die Lotteri-og stiftelsestilsynet erhoben, die mit ihren Maßnahmen ihre Befugnisse überschritten und den freien und fairen Handel durch Kontosperrverfahren eingeschränkt haben soll.

Ein strenger Wachhund

Als Antwort auf die norwegischen Bemühungen, nicht lizenzierte Anbieter zu stoppen, schlossen sich jetzt vier große Casino- und Glücksspielmarken zum norwegischen Branchenverband für Online-Glücksspiel zusammen.

Ziel des Verbandes ist es, den norwegischen Glücksspielsektor und die Behörden davon zu überzeugen, dass neue Regulierungen ein positiver Zug sein könnten. Ausländische Unternehmen hätten so die Möglichkeit, eine Lizenz zu beantragen, um im Land den legalen Betrieb aufzunehmen, wobei strengere Regulierungen durchsetzbar wären.

Der Verband besteht aus Kindred, Betsson, GIG und Co-Gaming und argumentiert, dass ein regulierter Markt effektivere und fortschrittlichere Instrumente bietet, um Spielsucht zu verhindern und dagegen vorzugehen. Und Spielsucht ist immerhin der Hauptgrund, den die Behörden des Landes für eine Bevorzugung des Monopolsystems angeben.

Ein viel wahrscheinlicheres Szenario ist es, dass der Staat seinen Marktanteil mit einem geschätzten Wert von 50 Milliarden NOK nicht teilen will. Durch eine ausbleibende Regulierung des Marktes entgehen dem Staat jedoch Steuern, die er allen Anbietern auferlegen könnte, wenn sie staatlich lizenziert und kontrolliert wären.

Quelle:

https://www.casinonewsdaily.com/