Playtech sieht sich gedrängt, restlos mit Gründer zu brechen

Leo Gierschner - 23 November 2018

Playtech wegen Gründer unter DruckDer Umstand, dass die CasinosoftwarefirmaPlaytech weiterhin Geschäftsbeziehungen zu seinem umstrittenen Gründer, Teddy Sagi, pflegt, hemmt das Wachstum des Unternehmens und lässt Kapitalanleger zögern. Das ist zumindest laut Investor Jason Ader der Fall, Co-Geschäftsführer des in New York ansässigen Hedgefonds SpringOwl Asset Management.

Ader, der derzeit etwa 5 % der Marke hält, betont, dass Sagi zwar keine aktive Rolle im alltäglichen Management des Casinosoftwareriesen mehr spiele, dass sein fortgesetztes Engagement in beratender Funktion, egal wie klein oder unbedeutend, aber den Aktionärswert des Unternehmens beeinträchtige, und das gerade im anspruchsvollen US-Markt.

Sagi, der verurteilte Straftäter

Aders Bedenken wurzeln in dem Umstand, dass Sagi lange Zeit im Gefängnis saß, weil er wegen Insiderhandels verurteilt wurde. Trotz der Tatsache, dass der israelische Geschäftsmann, der das Unternehmen im Jahr 1999 gegründet hatte, letzte Woche den Großteil seiner Playtech-Aktien verkauft und damit seinen Anteil an der Firma auf 4,8 % reduziert hat, ist Ader nach wie vor überzeugt, dass die Verbindung des Unternehmens zu seinem inzwischen vom rechten Wege abgekommenen Gründer die Hauptursache für Playtechs schwaches Abschneiden im laufenden Jahr ist.

In diesem Zeitraum allein musste das Unternehmen bereits zwei Gewinnwarnungen herausgeben, was weder bei den Investoren noch den Aktionären einen guten Eindruck hinterließ. Ader weist darauf hin, dass Sadis Hinzuziehen als Berater des Vorstands eine völlig falsche Botschaft aussende.

Schließlich kann niemand wollen, dass eine Person, die einige für einen Gauner halten, schlaue Ratschläge erteilt, oder sogar noch glauben, dass damit das Vertrauen der Aktionäre gewonnen wird.

Noch keine Reaktion von Playtech

So mancher glaubt vielleicht, dass Aders Reaktion und der Druck, den er infolgedessen auf Playtechs Corporate-Governance-Struktur ausübt, fast schon extrem zu nennen ist, aber wenn man bedenkt, dass Sagi nun mal ein verurteilter Straftäter ist und bleibt, dann ist Aders Forderung nach dem Kappen jeglicher Verbindungen zu Sagi eigentlich nicht besonders abwegig.

Ader hat bestätigt, dass er sich mit einem förmlichen Antrag an den Vorstand gewandt hat, weigerte sich aber, dessen genauen Inhalt zu kommentieren. Playtech hat die Antwort des Unternehmens auf Aders Beanstandungen noch nicht veröffentlicht.

Quelle:

http://www.igamingbusiness.com/